
Urteil und Vorurteil über das Buch Abraham
von Hugh W. Nibley
Übersetzt von Ralf Jähnert, überarbeitet von Henry Kosak
Ein internationales Symposium der Gelehrten, das 1972 in Los Angeles stattgefunden hat, war der Diskussion alter autobiographischer Schriften, die Abraham zugeordnet wurden und bis vor kurzem völlig vernachlässigt worden sind, gewidmet.
Die wichtigste dieser Schriften, die sogenannte Apokalypse des Abraham, wurde zuerst auf den Seiten einer HLT-Zeitschrift ins Englische übersetzt; und zwar in der Improvement Era von 1898, dem Jahr, in welchem Bonwetsch den Text erstmals herausgab und ihn ins Deutsche übersetzte. In dieser Zeit wurden einige auffallende Punkte festgehalten, die Ähnlichkeiten zwischen der alten Schrift und dem Buch Abraham von Joseph Smith zeigten. Mit erneuertem Interesse erscheinen Parallelen nach 80 Jahren eindrucksvoller als je zuvor, und sie werden von nichtmormonischen Gelehrten ernsthaft betrachtet. Der Streitpunkt ist dabei nicht, daß entweder die alten Texte oder die Joseph-Smith-Version als authentisch akzeptiert werden muß, sondern daß das Letztere ein Werk von echter Substanz ist und von jenen, die es beurteilen wollen, sorgfältig gelesen werden sollte. Statt dessen ist es geräuschvoll als kompletter Betrug in den Boden gestampft worden, daß es auf eine gewisse Art nicht übersetzt worden sein könnte.
Auf welche Art? Durch einen phantastischen Vorgang, den die Kritiker selbst erfunden und dann Joseph Smith angedichtet haben.
Kam das Buch aus dem Nichts ?
War es ein Produkt von noch Ärgerem als Nichts, ein Mischmasch aus philologischem Umhertasten, was Joseph Smith selbst als ein unüberwindliches Hindernis zu seinem eigenen Übersetzungswerk aufwerfen würde? Wollen wir es näher betrachten.
?
Frage: Der "Fall Buch Abraham", routinemäßig die letzten 145 Jahre durch das ganze Land verkündet, ist in der gegenwärtigen Dekade erneut ausgerufen worden, und die zeitgenössischen Kritiker kündigen an, daß einige Mormonen-Gelehrte mit ihnen übereingehen; wie ist das?
Antwort: Dieser Anspruch legt klar ihre Methoden dar. Es ist für HLT-Gelehrte durchaus möglich, ihrer Willigkeit, Dinge zu diskutieren, und dem Eifer und der Hingabe, mit der sie darangehen, Beifall zu spenden, aber das soll keinesfalls als eine Bestätigung ihrer Meinungen genommen werden- das wollen sie scheinbar erreichen. Bei allem Respekt ob der Sorgfalt der Kritiker (und dem Bedauern für das Unvorbereitetsein der HLT, sich mit Materialien zu beschäftigen, die ihnen durchaus vertraut sein sollten), man findet nicht einmal für einen Augenblick, daß die Ergebnisse ihres Werkes letztlich überzeugend sind - ganz im Gegenteil, der Beweis, den ihre feindlichen Stimmen geliefert haben, geht so daneben, daß er ihre Behauptungen widerlegt.
Frage: Was sind ihre speziellen Angriffspunkte?
Antwort: Wir werden 1. gebeten, Joseph Smith's fleißige Zusammenstellung eines "Alphabets" und einer "Grammatik" der ägyptischen Sprache zu betrachten, und 2. mit deren Hilfe die Übersetzung des Buches Abraham von gewissen ägyptischen Schriftzeichen, die in seinem Besitz sind, anfertigt. 3. Die Quelle jener Schriftzeichen, eine ägyptische Schrift, das "Buch vom Atem*" genannt, taucht plötzlich 1967 auf, und es enthält nichts, was auch nur ans Buch Abraham erinnert. 4. Deshalb ist das Buch Abraham Betrug.
Frage: Ist das nicht Beweis genug, um zu überzeugen?
Antwort: Aber nur, wenn die Angriffe wahr sind. Aber keiner von ihnen hält dem Druck stand. Wir werden sie jetzt der Reihe nach betrachten.
1. Joseph Smith produzierte niemals ein Alphabet oder eine Grammatik der ägyptischen Sprache. Was wiederholt und fälschlicherweise als "Joseph Smith's Original-Alphabet-und-Grammatik" vorgelegt wurde, war eine Unternehmung, in der eine Anzahl von Männern engagiert war. Der Anführer dieses Projektes war W.W.Phelps und der weitaus größte Teil des Schriftstückes trägt seine Handschrift. Phelps hatte den ehrgeizigen Plan, methodisch eine ägyptische Grammatik und ein Alphabet auszuarbeiten, aber es wurde schon bald offensichtlich, daß bereits die Einleitung dazu keine Früchte trug, und die Sache wurde dann im Guten fallengelassen.
Frage: Aber war nicht Smith mit dabei?
Antwort: In der Tat. Er teilte seine Ideen mit den anderen, denn beide Werke waren rein spekulativ und forschend.
Frage: Woher wissen sie das?
Antwort: Weil die sechs Personen, die daran beteiligt waren, jede ihren eigenen Beitrag leistete; nicht zwei ihrer Interpretationen sind identisch. Die ganze Sache steht eigentlich nicht fest. Die Männer haben zugegebenermaßen erforscht und interpretiert. Das wichtigste: das Projekt kam niemals voran. Die ehrgeizigste Version der Grammatik, die von Phelps, lief nach einer einzigen Seite auf Grund, und sein gleichfalls ehrgeiziges Alphabet wurde nach ein und einer halben Seite aufgegeben, bevor der zweite Buchstabe vollendet war.
Frage: Was steckt dann dahinter?
Antwort: Offensichtlich taten sie das, was sie ausdrücklich darüber sagten, d.h. sie versuchten, ein Alphabet und eine Grammatik der ägyptischen Sprache aufzustellen - nichts wurde dabei über ein Projekt der Übersetzung des Buches Abraham gesagt. Ihr Interesse an solch einer Unternehmung war völlig legitim und verständlich. Sie hatten unschätzbare ägyptische Handschriften in ihrem Besitz und waren unwiderstehlich hingezogen, den Schlüssel zu suchen. Das Entziffern des Ägyptischen war ein Problem, das zu dieser Zeit viele anregte, und die Schule der Profeten hatte ein legitimes und ehrliches Interesse am Studium der biblischen und verwandten Sprachen. Zur selben Zeit machte Phelps unabhängig Versuche, Teile der Bibel zu übersetzen; Oliver Cowdery, einer der Gruppe, hatte einige Jahre zuvor eifrig danach getrachtet, "die Gravierungen der alten Aufzeichnungen, die aus früherer Zeit stammen (LuB 8:1) zu übersetzen. Die Instruktionen, die Cowdery dabei gegeben worden sind, sind extrem wichtig: er soll nicht warten, daß die Macht zu übersetzen zu ihm wie ein Geschenk kommt, sondern es zuerst "mit dem Verstand durcharbeiten", und erst "dann mußt du mich fragen, ob es recht ist", ohne Garantie des Akzeptierens (LuB 9:7-9). Dies ist der Vorgang, den wir bei den ägyptischen Übungen ablaufen sehen.
Frage: Die Kritiker sagen, daß die "Grammatik" beweist, daß Joseph Smith nicht ägyptisch konnte.
Antwort: Niemand sagte je, daß er es konnte; seine Übersetzungen wurden "ihm gegeben" wie es der Ausdruck meinte, durch direkte Offenbarung. Wenn er es konnte, warum sollte er dann über einer Grammatik und einem Alphabet schwitzen?
Frage: Schrieb Joseph Smith denn eine ägyptische Grammatik?
Antwort: Nein, das tat er nicht. Er würde gern so etwas getan haben, denn diese Sache verfolgte ihn bis zum Ende seines Lebens, als er die Möglichkeit eines solchen Unternehmens für die Zukunft anregte.
Frage: Aber warum sollte er so an Grammatik und Alphabet interessiert gewesen sein, wenn sie ihm beim Übersetzen nicht helfen sollten?
Antwort: Dies bringt uns zu unserem zweiten Punkt:
2. Das Alphabet und die Grammatik wurden bei keiner Übersetzung verwendet. Es ist wichtig festzuhalten, daß der Profet ein echtes Interesse an alten Sprachen hatte und sie auf dem harten Weg studierte; aber erst nachdem er all seine inspirierten Übersetzungen vollständig fertig hatte. So studierte er Hebräisch und Deutsch gemeinsam mit den Brüdern und hielt Ausschau nach einem Lehrer für Griechisch; aber dieses lebhafte Interesse an Sprachen blühte in Kirtland erst auf, nachdem er seine neue Übersetzung der Bibel und zur selben Zeit die Übersetzung des Buches Abraham beendet hatte. Wörterbücher und Grammatika für Griechisch und Hebräisch waren verfügbar für ihre Studien, aber wie sah es mit dem Ägyptischen aus?Sie mußten das tun, was Gelehrte exotischer Sprachen und was die Gelehrten des 16.Jahrhunderts schon immer getan haben, wenn sie mit seltenen griechischen, syrischen oder koptischen Texten konfrontiert wurden - sie mußten ihre eigenen Wörterbücher und Grammatika anfertigen. Joseph Smith's Übersetzung des Alten Testaments war eine Sache, sein Hebräisch- und Deutschunterricht lange danach eine ganz andere. Gleichfalls war seine Übersetzung des Buches Abraham eine Sache, während seine Diskussionen und Spekulationen und intellektuellen Ausflüge mit den Brüdern in Kirtland wieder etwas ganz anderes waren.
Frage: Sie meinen, sie waren nur daran interessiert, eine Grammatik
anzufertigen? Würden sie sie nicht zur Übersetzung des Buches Abraham gebrauchen?
Antwort: Diese Idee ist die abenteuerlichste von allen in Hinblick auf den Beweis. Schauen sie die Dokumente an, war es irgendjemandem möglich, sie für irgend etwas zu benutzen? Versuchen sie es doch. Die Opposition hat lauthals verkündet, daß die "Grammatik" und das "Alphabet" genau zeigt, wie Joseph Smith seine Übersetzung machte, den genauen modus operandi, dem er folgte, wie sie es nennen. Gut, soll uns doch irgend jemand zeigen, wie der modus operandi arbeitet. Bis zum heutigen Tag hat noch niemand versucht, mit dem Schlüssel zu schließen - verständlich, da er in kein Loch paßt. Neben der abenteuerlichen Natur des Stoffes haben wir gesehen, daß nicht annähernd genug "Alphabet" und "Grammatik" vorhanden ist, um irgend jemand von Nutzen zu sein: sie hatten damit noch gar nicht richtig angefangen, als sie schon wieder aufgaben. Und außerdem, die Schriftzeichen, die uns in der "Grammatik" und im "Alphabet" begegnen, tauchen in den Versuchen, wo man die passenden ägyptischen Schriftzeichen neben den Buch-Abraham-Text gesetzt hat, niemals auf. Die 125 Eigennamen und 79 Zahlwörter im Alphabet und in der Grammatik erscheinen nirgendwo in Abrahams Buch. Selbst wenn das Alphabet und die Grammatik als eine Hilfe bei der Übersetzung gebraucht worden sein könnte - wurde es so nicht benutzt.
Das führt uns zu jenen anderen Dokumenten, die ganz ähnlich wie ein Übersetzungsversuch aussehen; d.h., wo ägyptische Schriftzeichen auf dem linken Rand der Seite stehen, während der Rest der Seite mit Schrift aus dem Buch Abraham gefüllt ist.
Beim ersten Hinschauen sieht es so aus, als ob es eine Übersetzung gewesen sein könnte, aber ein zweiter Blick löscht selbst die entfernteste Möglichkeit von so etwas aus, wie die Kritiker selbst zu ihrem Bedauern feststellen mußten. Ein gewisser Mr.Howard teilte zum Ärger der Passanten während einer Generalkonferenz auf dem Tempelplatz bedruckte Zettel aus, worauf er die Mormonen fragte, ob sie es als heilige Wahrheit von ihm akzeptieren, daß die Gegenüberstellung von ägyptischen Schriftzeichen und englischem Text beweist, daß das eine nicht möglicherweise - bei einiger Anstrengung der Vorstellungskraft - Übersetzung des anderen sein könnte.
Das Mißverhältnis zwischen den Schriftzeichen ist verblüffend: Wie könnte ein Punkt die ganze Story von Little Red Ridinghood in allen ihren quälenden Einzelheiten erzählen?, fragte Mr. Howard. Es gibt darauf nur eine Antwort; alles zeigt, daß das keine Übersetzung war und auch nicht als solche betrachtet wurde.
Frage: Selbst wenn die zwei Texte Seite an Seite gefunden wurden?
Antwort: Wenn die Gegenüberstellung den Eindruck einer Übersetzungsweise erwecken würde, dann möge es als ein Beweis benutzt werden, daß dies als eine Übersetzung beabsichtigt war. So wie es ist, weist die Gegenüberstellung wirksam die These zurück. Zuerst ist da die absurde Disproportion zwischen beiden, z.B. drei kurze Pinselstriche des Schreibers gegen einen ganzen Absatz englischen Text einschließlich eingeklammerter Bemerkungen und dazu noch ein Dutzend Eigennamen - alles in drei Strichen und einem Punkt! Daneben der bedeutungslose Zwischenraum ohne Schriftzeichen gegenüber dem englischen Abraham-Text: Schriftzeichen, wo keine sein sollten, inmitten eines Satzes oder eines Wortes eingezwängt; keine Schriftzeichen, wo solche unentbehrlich wären, wie am Anfang eines neuen Abschnittes oder einer neuen Episode; Schriftzeichen quer zwischen den Linien, so daß niemand sagen kann, welcher Zeile sie zugeordnet sind. Dann das nachlässige und gleichgültige Zeichnen der Schriftzeichen. Obschon von jedem winzigen Detail angenommen wird, daß es von ganz entscheidender Bedeutung ist, malt jeder der Forscher seine eigenen Symbole, fügt Linien oder Punkte hinzu oder läßt sie mit einfacher Ungezwungenheit aus.
Das ist alles nur verständlich, wenn die Schriftzeichen als verwerfbar angesehen werden, wenn sie in dem Ausprobiervorgang von verschiedenen möglichen Schlüsseln berücksichtigt werden, die beim Zusammenstellen einer ägyptischen Grammatik helfen; und sie zur Seite legen, wenn sie nicht funktionieren. Wir wissen, sie waren als verwerfbar betrachtet worden, denn sie werden in der ägyptischen Grammatik zu 80 % dieser Zeit weggelassen. Von den drei "Übersetzungs"-Texten trägt einer überhaupt keine ägyptischen Schriftzeichen, obwohl er wie die anderen mit "Übersetzung einiger alter Berichte" usw. versehen ist, so wie das heutige Buch Abraham. Das zeigt, daß sich das Wort "Übersetzung" nicht auf jene speziellen Schriftzeichen bezieht. Selbst in den zwei Handschriften, in denen sie erscheinen - jene von Phelps und Parrish - treten die ägyptischen Schriftzeichen nur teilweise in Erscheinung: diese beiden Übungstexte lassen keinen solchen Schluß zu, und die Zeichen bleiben einfach auf ihren Rändern stehen, wenn sie zur Last werden. Alles in allem gibt es nur 18 ägyptische Worte, die in der Übersetzung verwendet worden sind, alle aus den ersten zwei Zeilen eines Textes, der 45 Zeilen hat.
Wir haben hier nicht den Vorgang, bei welchen der eine Text vom anderen abgeleitet wird, sondern einfach das, daß zwei komplette Texte Seite an Seite plaziert werden zum Vergleich.
Frage: Komplett?
Antwort: Sicher, die ägyptischen Schriftzeichen sind von einem Text des Buches vom Atem abgeschrieben und die Abrahampassagen von einem kompletten Text des Buches Abraham, sowie es aus dem Zustand aller Manuskripte völlig ersichtlich ist. Die Abraham-Abschnitte sind in drei Manuskripten zu finden und sind in allen dreien die gleichen, jedesmal in einer schönen Handschrift ohne Radieren, Korrekturen, Substituierungen oder Veränderungen geschrieben, ohne den geringsten Anzeichen des mühseligen Geschäftes der Übersetzung - hier findet man nichts außer der einfachen mechanischen Aufgabe, einen fertigen Text sauber zu kopieren. Die Ränder sollten also vorgeschrieben sein: sie werden gezogen, bevor irgendein Text hingeschrieben wurde: der englische Text wurde dem einfach angepaßt, aber nicht der ägyptische. Wenn eine versuchte Übersetzung über die Hilfslinie hinweg auf die englische Seite ging, sah es in der Tat sehr unordentlich aus, anstatt daß es ein Modell der Sauberkeit wurde. Es gibt nur eine nennenswerte Ausnahme zu dem offenkundigen Mißlingen eines vernünftigen Versuches - das Englische und das Ägyptische in Übereinstimmung zu bringen.?
Frage: Welche ist das?
Antwort: Phelps begann kühn und ehrgeizig: beginnend mit der obersten Zeile, fängt er an, Zahlen neben die ägyptischen Schriftzeichen zu setzen. Er verbindet jedes einzelne derselben Zahl mit einem englischen Wort auf der anderen Seite und markiert dies. Das sieht aus wie ein Handel; Phelps ist auf ein systematisches Studium festgelegt, selbst als er weiter an der Grammatik und dem Alphabet arbeitete. Und das ist es, was es so bedeutsam macht, denn Phelps kam nie weiter als bis zur Zahl drei - nach den ersten drei Schriftzeichen gibt er auf, während ihn die niedlichen vier Klassifikationsspalten, in die er sein Blatt geteilt hat, zur gleichen Zeit im Stich lassen - die ganze Sache kollabiert vor unseren Augen, bevor es überhaupt richtig losging. Es war ein netter Versuch, aber Phelps konnte sehen, daß es zu nichts führte.
Frage: Können wir dessen sicher sein?
Antwort: Ja! Wenn die Männer von Kirtland festgestellt hätten, daß sie eine echte Lösung für dieses Problem in der Hand gehabt hätten, dann hätten sie sich sicher etwas darauf eingebildet; wenn sie mit ihrem anregenden Projekt irgend etwas erreicht hätten, dann hätten sie sich angestrengt und es auf mehr als nur 2 Seiten Alphabet und Grammatik gebracht, und hätten es gewagt, jenseits von zwei Zeilen ägyptischer Schriftzeichen in einem Text mit 45 Zeilen zu kommen. Wenn ihre Studien Fortschritte gemacht hätten, hätten sie sie fortgesetzt; und wenn sie auf irgend etwas Nützliches gestoßen wären, dann hätten sie es angekündigt! Wie steht es aber? Nichts ist eindrucksvoller als die Bereitschaft und die Endgültigkeit, mit der die Grammatik, das Alphabet und die "Übersetzungs"-projekte in dem Augenblick beendet wurden, da es offensichtlich wurde, daß sie in einer Sackgasse waren. Der Zustand der Manuskripte macht dies absolut deutlich. Jedoch ist die Sorgfalt ebenfalls von Bedeutung, die aufgewandt wurde, um zu vermeiden, daß irgend jemand dadurch verführt wird, daß falsche Hoffnungen aufkommen oder falsche Eindrücke gegeben werden. Die ganze Sache war von Natur aus streng vertraulich; diese Spekulationen und Probierereien drangen niemals aus einem geschlossenen akademischen Kreis nach außen. Wieder ist es die Opposition, die das ganz klarmacht durch ihre eigene Rolle, die sie spielt, wenn sie "verborgene Dokumente" ans Licht bringt, oder wie sie es hinstellt: Schriften, "die 130 Jahre lang verheimlicht" worden sind. Ja, sie waren zurückgehalten und vergessen; sie wurden niemals publiziert oder in Umlauf gebracht. Für diese Schriftstücke wurden niemals Ansprüche gestellt, noch Erklärungen abgegeben. Es war nicht die Gewohnheit des Profeten, etwas zu verheimlichen, von dem er fühlte, was wahr und bedeutungsvoll für das Evangelium war. Im Gegenteil, seine Berufung war es, alles bekannt zu machen. Er übersetzte das Buch Mormon und gab es der Welt im Angesicht totaler Opposition und Verachtung, und er erzählte es jedem, wie er es erhielt und übersetzte. Er war keiner, der etwas zurückhielt. Hätte man von den Kirtland-Papieren gedacht, daß sie inspiriert oder wenigstens vernunftgemäß hilfreich hätten sein können, wären sie erweitert benutzt und ihr Wert der Welt bekanntgemacht worden. Die streng vertrauliche Natur des Werkes sagt uns nun, welcher Art der Übung das war - nie im Umlauf, nie den Mitgliedern der Kirche oder der allgemeinen Öffentlichkeit herausgeben - niemand wurde danach verdorben. Nun, wenn die Brüder danach, als sie sahen, daß es zu nichts führte, es fortgesetzt hätten, dann könnten wir sagen, daß sie sich selbst täuschten, wenn nicht andere. Aber sie taten es nicht. Sie folgten derselben Experimentiermethode, der Gelehrte und Wissenschaftler notwendigerweise nachgehen müssen. Und die Ergebnisse waren nicht phantastischer als die Spekulationen einiger hervorragender Gelehrter der Welt in ihren frühen Bemühungen, das Ägyptische zu entziffern. Ja, sie sind auch nicht im geringsten extravaganter und bizarrer als viele Erklärungen, Übersetzungen und Interpretationen der Faksimile, die von Gelehrten innerhalb und außerhalb bis zum heutigen Tag hervorgebracht worden sind, und daß in einer Welt des akademischen Studiums und großer Universitätsbibliotheken, von denen die Männer in Joseph Smith's Tagen nicht einmal träumten. Das Verhalten der Teilnehmer an den philologischen Übungen von Kirtland, nachdem das Projekt aufgegeben wurde, ist auch nicht ohne Bedeutung. Zu derselben Zeit, als die Arbeit am Alphabet und an der Grammatik und der Übersetzung zum Stillstand kam, wandten sich alle außer einem der fünf Männer, die mit Joseph Smith an der Sache engagiert waren, gegen den Profeten, denunzierten ihn in den kräftigsten Ausdrücken und wurden von der Kirche ausgeschlossen. Warum? Meistens waren sie neidisch auf ihn; speziell Phelps, der entschieden besser als der Profet ausgebildet worden war, hatte klassische Sprachen gelernt und versuchte zu dieser Zeit auf eigene Faust zu übersetzen. Alle außer einem kehrten zur Kirche zurück und baten den Profeten um Verzeihung, welche er großzügig gewährte. Aber obwohl diese zeitweiligen Deserteure jede Art von Lügen erzählten, um den Profeten in den Augen der Welt den Schein der Lächerlichkeit und der Täuschung zu geben, erwähnten sie niemals seine Indiskretionen in der Sache Buch Abraham.
Frage: Könnte das nicht gerade deshalb sein, weil sie gemeinsam mit ihm
darin verwickelt waren?
Antwort: Im Gegenteil, sie nutzten bis zum Letzten genau diese Geheimnisse aus, von denen sie vorgaben, sie mit ihm am vertraulichsten geteilt zu haben. Wenn sie keine zweifelhafte Aktivität in diesem Fall erwähnen, dann ist das so, weil es keine gab. Parrish, der eine, der nie zurückkam, sagte später in einem Interview: "Ich habe oft an seiner Seite gesessen, während er durch direkte Offenbarung von Gott aus dem Ägyptischen übersetzte." Direkte Offenbarung ist nicht dasselbe wie eine Grammatik anfertigen; es ist dieselbe Methode, nach der alle anderen "Smith's-inspirierten-Übersetzungen" gemacht wurden. Es sollte demjenigen, der in den umfassenden Beweis, der zum Gegenstand der Aktivitäten Joseph Smith als Übersetzer verfügbar ist, Einsicht genommen hat, klar sein, daß wir unsere Zeit vergeuden, wenn wir versuchen, die mühevollen Übungen der Brüder von Kirtland, auszumalen. Denn dies war letztlich nicht Smith's Übersetzungsmethode. Wir sollten eine solche entscheidende Information wie die nicht ignorieren, daß, als der Profet das Buch Abraham übersetzte, er schon das immense Buch Mormon, das Buch Mose und die Neue Übersetzung der Bibel, das Alte und das Neue Testament, fertig hatte - alles durch Offenbarung, wie es notwendigerweise sein mußte. Er machte seine endgültige Durchsicht der inspirierten Übersetzung der Bibel zur selben Zeit als er das Buch Abraham hervorbrachte, und die Kirche erwarb die Time and Seasons zum ausdrücklichen Zweck, die beiden - die Bibelübersetzungen und das Buch Abraham - zusammen als Teile eines einzigen Projektes zu veröffentlichen. Da er beim Wiedergeben des genauen Bibeltextes keine Grammatik oder Wörterbücher benutzte, obwohl hier solche Hilfsmittel in Überfluß vorhanden waren, warum sollte er den Geist verspotten und sich selbst das enorme Handicap schaffen, ein vorläufiges Grammatikbuch konstruieren zu müssen, das ihm bei einer Tätigkeit helfen sollte, wo er seit Jahren ohne erfolgreich gewesen ist?
Frage: Was ist dann die Verbindung zwischen dem Buch Abraham und dem Buch vom Atem, aus dem es - darin stimmen alle überein - unmöglich hergeleitet worden sein kann?
Antwort: Dies ist unser dritter Punkt. Es war eine forschende und experimentelle Übung. Die Männer von Kirtland taten, als sie mehr über das Ägyptische wissen wollten, was jeder Wissenschaftler oder Gelehrte tun wird, um ein schwieriges Problem zu lösen: er muß jede Annäherung an das Problem versuchen; wenn er völlig im Dunkeln tappt, muß jede Möglichkeit und Vermutung, ganz gleich wie absurd sie erscheinen mag, betrachtet werden. Man kann keine Grammatik oder ein Alphabet irgendeiner Sprache machen, wenn man nicht letzten Endes ein Beispiel einer Übersetzung hat - ohne einen Rosetten-Stein schaffst du es nicht. Und das Buch Abraham bot den Brüdern das einzige Exemplar einer sicheren Übersetzung aus dem Ägyptischen. Sie verglichen es mit verschiedenen Texten, um damit vielleicht zum Ziel zu gelangen.
Frage: Wieso wissen wir das?
Antwort: Weil Smith ausdrücklich eine andere ägyptische Handschrift als das echte Buch Abraham beschreibt. Es war, wie er berichtet a) vollkommen erhalten b) wunderbar geschrieben, und c) es enthielt Rubriken - Passagen in roter Tinte mit keinem dieser Punkte stimmt das Manuskript des Buches vom Atem überein.
Frage: Wo ist dann das andere Manuskript?
Antwort: Das ist eine jener Fragen, die in dem Augenblick hätte gestellt werden sollen, wo es offensichtlich wurde, daß niemand die Verbindung zum Buch vom Atem ernst genommen haben konnte. Tatsache ist, daß die Manuskripte, die jetzt im Besitz der Kirche sind, nur einen Teil der Joseph-Smith-Papyri repräsentieren. Als Präsident Joseph F.Smith mit einigen Brüdern 1906 am Torweg des Nauvoo-Hauses stand, liefen Tränen über sein Gesicht, als er erzählte, wie er sich "als sei es gestern" an
seinen "Onkel Joseph" erinnerte, der im Flur kniete und im Flur waren überall um ihn herum Manuskripte ausgebreitet - auf die seltsame Schriftzeichen schaute und in ein kleines grünes Notizbuch mit einem Bleistiftstumpel Dinge schrieb. Wenn man betrachtet, daß die elf Fragmente, die nun in unserem Besitz sind, mit Leichtigkeit auf einer kleinen Tischplatte ausgebreitet werden können, ohne die Knie, den Rücken und die Würde zu beugen, dann scheint es, daß das, was noch vermißt
wird, viel mehr ist als das, was wir haben. Ein anderer Hinweis darauf ist kürzlich aufgetaucht. Im Sommer 1979 kam ein altes rechtsgültiges Dokument ans Tageslicht, welches das Eigentumsrecht der ägyptischen "Wertpapiere" Joseph Smith's beinhaltete. Darin wurde festgestellt, daß die Originale in vier Teile geteilt wurden, von denen ein Teil in einem Koffer (box) aufbewahrt wurde, und der Rest ging zu drei gleichen Teilen an drei verschiedene Parteien. Nun, was die Kirche 1967 erhielt, war eines von drei Faksimile, und die Fragmente des Totenbuches repräsentieren wie es scheint ungefähr ein Drittel des Standardtextes; das war der Teil, der an den Sohn von Major Bidamon's Haushälterin ging und ihren Anteil von dem Major darstellte, der die ganze Sache von seiner Frau Emma hatte, die es vom Profeten erhielt - eine faire Einschätzung ist, daß wir hier nur zerfetzte Überreste von einem der drei (gleichen) Teile haben, die nicht in dem Koffer aufbewahrt worden sind.
Frage: Aber der Teil, der 1967 ans Tageslicht kam, muß den Original-Abraham-text beinhalten, denn das Faksimile Nr.1 war ihm beigefügt.
Antwort: Und wo waren die anderen zwei Faksimile beigefügt, wenn nicht dem Buch Abraham? Es gibt eine gewisse Trennung zwischen den Faksimiles vom Text des Buches Abraham. So ist das Buch Abraham in der 1.Person geschrieben: "Ich, Abraham" - wie das Testament und die Apokalypse Abrahams auch beginnt - ein seltenes und überraschendes Phänomen, während die Erklärungen zu den Faksimiles Abraham in der 3.Person beschreiben - sie sind Joseph Smith's eigene Erklärungen. Dies folgt beiläufig dem ägyptischen Brauch.
Frage: Und was ist dieser?
Antwort: Die Vignetten, die die ägyptischen Texte begleiten, scheinen oft nicht in einem offensichtlichen Zusammenhang mit ihm zu stehen. Einige neuere Studien haben gezeigt, wie alltägliche bildliche Kompositionen - insbesondere die eine, die uns durch das Faksimile Nr.3 des Buches Abraham vertraut ist - mit kleinen Änderungen von gewöhnlichen Ägyptern als Illustrationen ihrer eigenen Autobiographien ausgeborgt worden sein könnten. Das kann man sicherlich auch vom Faksimile zum Buch Abraham vermuten. Aus den Dokumenten, die auf dem oben erwähnten Symposium 1972 dargelegt worden sind, schlußfolgert man, daß das Testament Abrahams auf hebräische Schriften des 1. oder 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückgeführt werden muß, die streng ägyptischen Einfluß zeigen und zu berichten beabsichtigten, "was Abraham seinen eigenen Kindern offenbart haben würde" in seiner vermißten Autobiographie, wie es ein Schreiber feststellt. Höchst bedeutsam ist die These eines Gelehrten, daß der
Inhalt der apokryphischen Autobiographie Abrahams in erster Linie wirklich durch die Betrachtung der Vignetten aus dem ägyptischen Totenbuch inspiriert wurde - so ist es eher, daß die Geschichte die Bilder erklärt als umgekehrt. Das bedeutet, daß wir eine hebräische Übertragung einer Abraham-Autobiographie haben würden, die dasselbe ägyptische Bilderbuch benutzte wie Joseph Smith, um seine Geschichte mit Illustrationen zu versehen. Wie es aussieht, fangen wir erst an, einen Schimmer von dem wahrzunehmen, was hier vor sich geht.
4. Aber bis jetzt haben wir der aktuellen Anklage gegen das Buch Abraham keine Beachtung geschenkt. Die wirkliche Frage ist nicht, ob Joseph Smith ägyptisch konnte - niemand hat das je behauptet; oder ob das Buch Abraham aus dem Buch vom Atem übersetzt wurde - das ist selbst bei universellen Zugeständnissen nicht möglich; oder ob Joseph Smith daran interessiert war, eine ägyptische Grammatik anzufertigen - dies bejahte er nachdrücklich; oder daß das Alphabet und die Grammatik zu nichts führte - die Männer von Kirtland fanden es beinahe unmittelbar heraus, daß es nutzlos war und vergaßen es; oder, wer ist ein Ägyptologe und wer nicht - niemand fordert ihre Übersetzungen heraus, sondern die wahre Bedeutung der alten Texte und der Bilder bleibt dem Experten wie dem Laien ein Geheimnis. Man sollte es verstehen, daß die Übersetzungen, die die Ägyptologen von dem Joseph-Smith-Papyri gemacht haben, von den Mormonen ohne Zögern und Vorbehalt akzeptiert wurden; es gab keinen Fall von geheimen Dokumenten, die durch den Eifer der zu Felde gezogenen Gelehrten ans Licht gebracht worden sind, oder von Experten, denen ein spezieller Zugang zu sorgfältig gehüteten Dokumenten gewährt worden ist, oder die bevollmächtigt wurden, offizielle Übersetzungen davon zu machen, wie die Öffentlichkeit zu glauben irregeführt wurde. Sobald die Kirche die Dokumente hatte, luden die Führer die ganze Welt ein, sie anzusehen, und brachte exzellente Reproduktionen davon in Umlauf und akzeptierte willig die Übersetzungen der Gelehrten. Es war nie notwendig gewesen, daß selbsternannte Experten irgend etwas "auslegen" mußten.
Frage: Was ist dann entdeckt worden?
Antwort: Daß die Männer von Kirtland, nachdem wenigstens Teile des Buches Abraham übersetzt worden waren, sich selbst daran versuchten, diese Passagen bei der Zusammenstellung einer ägyptischen Grammatik zu benutzen; Das beeinträchtigt keineswegs die Gültigkeit des Buches Abraham, was völlig eine andere Sache ist. Es ist nicht Joseph Smith, sondern das Buch Abraham, was dem Test unterliegt.
Frage: Aber läuft das nicht auf dasselbe hinaus? Wenn die Männer fragwürdige Methoden anwandten und entfernte Spekulationen anstellten, bringt das dann nicht ihren Anspruch, durch direkte Offenbarung zu übersetzen, in Mißkredit?
Antwort: Im Gegenteil, die ungewöhnlichsten Beiträge auf jedem Gebiet des menschlichen Strebens sind von Personen gemacht worden, die das Establishment durchbrachen, indem sie die gültigen Regeln überschritten; die Erzeugnisse des Genius - wir sprechen dabei nicht von göttlicher Offenbarung - sind notwendigerweise unkonventionell in der Methode und mißfällig gegenüber den Gelehrten, deren Expertisen durch Vorurteil hoch beeinflußt und letzten Endes nur Meinungen sind. Wenn der Überbringer
schlechter Nachrichten sich nicht den Zorn des Königs zuzieht, noch seine guten Nachrichten nicht von der Hand gewiesen werden sollen, weil man ihn verdächtigt, daß er ungebildet ist - alles um so besser, denn dann kann er die Sache nicht fälschen. Wollen wir jetzt zum Beispiel einmal annehmen, daß ein Reporter etwas veröffentlicht, was er einen Augenzeugenbericht vom Sinken der Titanic nennt, und später stellt es sich heraus, daß der Mann nie auf der Titanic war. Das zeigt, daß er ein Schuft ist; aber folgt daraus, daß sein Bericht ein Betrug ist? Oder folgt aus seinem Täuschungsmanöver, daß es nie eine Titanic gab und die ganze Geschichte eine Zeitungsente ist? In Wirklichkeit mag die Erzählung des Mannes im höchsten Grad akkurat sein, auf sorgfältigen Nachforschungen und gewissenhaften Berichten von ihm selbst oder anderen basieren. Daß sein Anspruch, auf der Titanic gewesen zu sein, ein Betrug war, macht seine Geschichte in der Tat verdächtig, aber echt sagt das nichts über deren Korrektheit aus. Dies muß von anderen, außerhalb liegenden Quellen geprüft werden. Die Analogie ist unvollkommen, denn Joseph Smith machte nie falsche Ansprüche; er gab nie vor, ägyptisch zu können, obwohl seine Kritiker immer über diese Annahme hergefallen sind wie über die Achillesferse. Sondern er stellte das Buch Abraham vor die Welt als eine wahre Geschichte, und das ist ein Behauptung, die durch anerkannte und getestete Methoden geprüft werden kann.?
Es ist nun aber nicht das Werk eines Narren. Man muß es selbst lesen und fragen, ob es für jemand einen Sinn ergibt, wenn man sich dabei folgendes vorstellt: der Autor preßt mühsam diese kühne, geradlinige, originelle und leuchtende Erzählung Tropfen um Tropfen aus einem bedeutungslosen Wirrwarr von ketzerischen Schriftzeichen aus mit Hilfe eines kleinen Bruchstückes eines "Alphabet und Grammatik". Das Buch Abraham lädt zum strengsten und objektiven Test ein, den die vergleichende Gelehrtenschaft anwenden kann. Der lärmenden und in die Länge gezogenen Kampagne, es zu verdammen, bevor solche Tests gemacht worden sind, um damit dem wirklichen Ergebnis auf der Basis höchst fragmentarischer und widersprüchlicher Beweisstücke auszuweichen, muß nun ein ernsthaftes Studium folgen, auf welcher diese großen Schriften einen Anspruch haben.
* Der Term "Buch vom Atem" entspricht dem engl. "Book of Breathings".