
Der Baum des Lebens in alten Kulturen
Wilfred Griggs
Übersetzt von Henry Kosak,
Dieses Symbol des Altertums findet im Buch Mormon eine vollständige und sehr übereinstimmende Schilderung. Das Buch Mormon brachte den Baum des Lebens in unser Blickfeld, lange bevor die moderne Wissenschaft enthüllte, wie alltäglich der Baum in der alten Geschichte war. Das Symbol dieses Baumes durchdrang die Kunst und Literatur von jeder Mittelmeerkultur durch die Jahrhunderte, vor der Zeit Lehis bis nach Moronis Zeit. Die Tatsache, daß Lehi und Nephi die spirituelle Bedeutung von diesem Symbol genauso beschrieb, wie es andere alte Kulturen taten, zeigt, daß das Buch Mormon ein alter Text ist, keine Erfindung des sozialen Milieus des 19. Jahrhunderts. Was speziell waren die Ansichten vom Baum des Lebens unter den Alten und wie stimmen diese Ansichten mit denen des Buches Mormon überein? Unter den engsten Parallelen sind Bilder, die auf einer Reihe von kleinen Goldplatten (datiert vom 5. Jahrhundert v.Chr. zum 3. Jahrhundert n.Chr.) erscheinen. Sie sind in Griechisch graviert und in Italien, Sizilien, Kreta und Mazedonien gefunden worden.. Diese Platten beschreiben den Tod als Wanderung in die Schattenwelt und warnen jeden, einer zerstörenden Quelle auf der linken Seite aus dem Weg zu gehen. Sie ermuntern die Seelen, sich zum Rechten zu halten, wo sie einer anderen Quelle, nahe dem weißen Zypressenbaum, begegnen werden. Nach der Rast für die Nahrung und Erfrischung von der Quelle und vom Baum, setzt der Wanderer seinen Weg zum See der Erinnerung fort, wo nach der bestimmten Beantwortung der Fragen, die vom Wächter des Sees gestellt werden, die Reisenden einige Erinnerungen erhalten und in Gottes Gegenwart eintreten. Die Texte vieler dieser Platten bestätigen, daß die, welche ihre Reise erfolgreich beenden, selbst zu Göttern werden. Kommentatoren stimmen überein, daß der Zypressenbaum ein Baum des Lebenssymbols ist. Die Quelle nahe dabei ist eine Quelle des Lebens, und die andere Quelle ist eine der Vernachlässigung und Bestrafung. Sie bestätigen weiterhin, daß der wahrscheinlichste Ursprung der Mythologie Ägypten ist. Die Ähnlichkeiten zum Buch Mormon-Bericht sind ein überzeugender, ermutigender Vergleich mit den detaillierten Schilderungen im Buch des Flusses oder schmutzigen Wassers, dem Baum, der Nahrung gibt, der Quelle des lebendigen Wassers, der Fragen der Gerichtsbarkeit und den Jüngern, die die Erhöhung erreichen. Es ist schwierig, zu sagen, warum der Baum des Lebens so weitverbreitet ist und warum sie alle so ähnlich sind. Ein möglicher Grund ist, daß sie eine gemeinsame Quelle haben: -die Begegnung von Adam und Eva mit den 2 Bäumen im Garten Eden. Diese Begegnung wird in 2 Schriften behandelt: Mose 3:9, 16-17 Bis Adam und Eva die verbotene Frucht aßen, gab es kein Verbot gegen das Essen der Frucht des Baumes des Lebens. Aber eines Tages aßen sie vom Baum der Erkenntnis und der Zutritt zum Baum des Lebens wurde ihnen verwehrt: Mose 4:28-29, 31. Hätten Adam und Eva nur von der Frucht des Lebensbaumes genommen, hätten sie umkehren können; das Todesurteil kam jedoch durch das Teilhaben am Baum der Erkenntnis über sie. Sie hätten für immer unter sündhaften Bedingungen gelebt, abgesondert von Gott. So nahm er sie beide weg von Eden, weg vom Baum des Lebens- Wir könnten annehmen, daß Adam und Eva und ihre Nachkommenschaft, verwirrt durch die Arbeitsnotwendigkeit, sich selbst außerhalb des Gartens zu ernähren, den lebensspendenden Baum im Paradies vergessen hatten. Ganz im Gegenteil. Der Baum des Lebens scheint sich durch das ganze Altertum als ein mächtiges religiöses Symbol fortgesetzt zu haben. Es ist Tatsache, daß des Menschen Suche, zum Baum des Lebens ins Paradies von Gott zurückzukehren, niemals aufhörte.
Das Alte Testament und andere jüdische Schriften
Der Baum des Lebens-Symbolismus durchdringt das Alte Testament. Der Baum symbolisiert nicht nur ewiges Leben, sondern auch Gottes Gegenwart - z.B. war Adam und Evas Ausschluß vom Baum auch ein Ausschluß von der Gegenwart des Herrn. Folglich, wenn immer der Mensch Gottes Gegenwart wiedererlangte, wurde eine Baum-des-Lebens-Darstellung zur Symbolisierung der Wiedervereinigung verwendet. Als Moses zum Berg des Herrn ging, sprach der Herr zu ihm durch einen Busch, der wie Feuer brannte und nicht vernichtet wurde.(Ex. 3:1-6) Der Stab Aarons schilderte etwas ähnliches, daß Gott mit Moses und Aaron war, als der Stab die Schlangen-werdenden-Stäbe der ägyptischen Zauberer verschluckte (Ex. 7:10-12). Der Herr brachte auch später Aarons Stab zum Blühen und Mandelfrüchte tragen, als ein Zeugnis, daß der Herr den Stamm Levis zum Tragen des Priestertums auserwählt hatte. (Num. 17:16-24) Messianische Profezeiungen sprachen oft von dem Messias mit den Ausdrücken eines Baumes des Lebens. Z.B. prophezeit Jesaja, "und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Früchte bringen"(Jes. 11:1). Dann beschrieb er das Leben, so wie es in Eden war, mit dem Messias als gegebenes Licht und dem Leben auf der Erde. Ebenso sah Sacharja eine Vision, in welcher der Herr versprach, daß Josua, der Hohepriester, mit dem Sproß(Messias) wandeln würde. Dieser Vision folgte eine andere und zwar die von den zwei Ölbäumen auf beiden Seiten des Leuchters, der goldenen Menorah, der jüdischen Stiftshütte.(Sach. 3,4) Wie die Symbole des Baumes des Lebens sind auch die Olivenbäume als Gesalbte Gottes erkannt worden. Gerade die Menorah symbolisiert den Baum des Lebens, wie ein Gelehrter darauf hinweist: "Im allgemeinen kann man sagen, daß die meisten Gelehrten jetzt anscheinend erwarten, daß die Menorah ursprünglich von einem biblischen Baum ausging, speziell von der Mythologie des Lebensbaumes;- ein ursprüngliches Abbild, das flüchtig bereits im 3.Jahrtausend v.Chr. erblickt worden war und eine entscheidende Rolle im Baumkult der alten Welt spielte." Jüdische Literatur außerhalb des Alten Testaments enthält auch Beziehungen zum Baum des Lebens. Die Bücher Enoch, die Testamente der 12 Patriarchen und 4. Esra sind die bestbekanntesten solcher Bücher. Als Enoch zu den sieben-geheiligten Bergen wandelte, sah er einen geheiligten Baum, einer Dattelpalme ähnlich, aber viel schöner und großartiger als er jemals gesehen hatte(1.Enoch 29) Sein Führer auf der visionären Reise, Michael, erzählte Enoch, daß die Frucht nicht von Sterblichen gegessen werden könnte, bis sie nach dem Gericht geläutert sind, daß sie die Möglichkeit haben in den Tempel Gottes zu gehen und daran teilhaben können (1.Enoch 25) In den „Geheimnissen Enochs 9:1“ zeigte der Seher den himmlischen Aufenthaltsort der Rechtschaffenen, dort, wo der Baum des Lebens steht. Im Testament Levis 18:9-11 prophezeit Enoch, daß in den letzten Tagen der Herr "die Tore des Paradieses öffnet und das drohende Schwert gegen Adam beseitigen wird. Und er gibt den Heiligen zu Essen vom Baum des Lebens, und der Geist der Heiligkeit herrscht unter ihnen." Auch 4.Esra 8:52 verspricht den Rechtschaffenen, daß in den letzten Tagen "das Paradies geöffnet, der Baum des Lebens gepflanzt ist; die zukünftigen Zeiten sind vorbereitet, fruchtbar wurden sie gemacht." Jüdische Literatur zeigt oftmals den Baum des Lebens als den Sitz eines Orakels von Gott, eine Quelle der Inspiration wie auch der Nahrung, ein geheiligter Platz abseits von weltlicher Sorge und Gefahr.
Der Baum des Lebens in alten Nah-Ost-Kulturen erwähnt
Wie die Hebräer haben im Grunde genommen alle alten Nah-Ost-Kulturen einen Bericht vom Baum des Lebens und von der Menschen Suche nach seiner Frucht. Unter ihnen sind folgende. In einem berühmten mesopotamischen Epos unternimmt der Held Gilgamesh, gekleidet in Tierhäuten, eine lange rituelle Reise, um den Ort zu finden, "der Leben gibt". Sein Führer bei der Suche, Utnapishtim, hatte den vorausblickenden Eingeweihten "zu dem gereinigten Platz" genommen, "um dort seinen Schmutz im Wasser, das so rein wie Schnee ist, zu reinigen". Nach der Reinigung kleidete sich Gilgamesh in einen Mantel, um seine Nacktheit zu bedecken", und setzte ein Band auf seinen Kopf. Auf diese Weise gekleidet, ging der epische Held durch das große Wasser, um die Pflanze zu erhalten, die er als "eine Pflanze abseits, wodurch ein Mensch seinen Lebensatem wiedererlangen kann", beschreibt. In dieser Vision des Heldengedichts zerrt eine Schlange die Pflanze weg, bevor der Held sie auf seiner Suche erreicht. Gilgamesh erscheint auch auf akkadischen Tafeln, die eine Übersetzung einer sumerischen Legende enthalten, welche wieder die Geschichte eines Lebensbaumes in der Schöpfung des Universums erzählt. Hier gibt die Göttin Ishtar Gilgamesh eine Trommel mit Trommelstock, die vom Baum des Lebens gemacht wurden, der in ihrem Garten gepflanzt steht. Gilgamesh verlor ihn in der Unterwelt, der Welt des Todes - und fand ihn nicht wieder. Der akkadische Mythos von Etana erzählt von einem Hirten, der eine Königsherrschaft für sein Volk begründen wollte, aber es nicht tun kann, bis er einen Erben hat. Mit der Hilfe eines Adlers fliegt Etana zum Himmel, um die "Pflanze der Geburt" zu erhalten, die Kinderlosigkeit heilt. Andere alte Schriften erzählen von Eridu, dessen irdische Wohnung ein Baum ist, so daß seine Zweige, die das heilige Wasser zu besprengen pflegte, eine therapeutische Wirksamkeit haben und von Marduk als "einem Apotheker der Pflanze des Lebens" gepriesen werden. Nell Perrot behauptet, daß "der Geheiligte überall die Wohnung Gottes ist, oder wie ein geheiligter Baum den Tempel und das Tor der aufgehenden Sonne bewacht."
Die Symbole des Lebensbaumes im alten Ägypten
Die ägyptische Kultur liefert zahllose Beispiele vom Symbol des Lebensbaumes. Abbildungen der Lotuspflanze und von Papyrus z.B. sind auf zahlreichen Kunstgegenständen (artifact) gefunden worden. Die Lotospflanze war ein Symbol der Wiedergeburt und der Regenerierung; die Ägypter malten häufig das Leben, hervorgekommen aus beiden, Lotos und Papyrus. Tempelkolumnen wurden immer in einer der beiden Formen dieser Pflanzen gemacht. Eine andere Pflanze der Ägypter wurde als heilig betrachtet - der „Ished“-Baum. Ein Artifakt- eine Kleine Statue von Ramses- zeigt den Pharao in einen speziellen Kopfschmuck gekleidet, wie er gestreckt in einer rituellen Position mit ausgestreckten Händen zu Gott ein Opfer darbringt. Ramses kniet auf Blätter und Zweigen des Ished-Baumes, der in den Grund der Statue eingezeichnet ist. Die begleitende Inschrift sagt aus, daß Ramses Taten auf dem geheiligten Ished-Baum geschrieben sind, wie auch seine heiligen und rituellen Namen. Die alten Ägypter glaubten, daß der Ished- ein persischer Baum- in den Tempeln zu Heliopolis und Abydos wuchs. Alte ägyptische, rituell-geforderte Namen von jedem Pharao wurden auf die Blätter dieses Lebensbaumes während der Krönungszeremonie eingeritzt. Ägyptische Sargdeckel stellen oft die Verstorbenen beim Essen und Trinken vom Baum des Lebens dar; außerhalb fördert die Göttin Nut das Wachstum. Sie verteilt Getränke aus einem Krug und bietet Essen von einem Tablett einem Menschen an, der Nahrung benötigt, als er durch die dunkle Unterwelt wandert. Viele andere ägyptische Artifakts zeigen göttliche Existenzen, die die Pharaonen mit der Frucht des Lebensbaumes erquicken. Ein Teich oder Strom von geheiligtem Wasser liegt oft nahe oder unterhalb des Baumes, - mit dem Schriftengott Thoth, der den Namen des Königs des Baumes einschreibt. In all diesen Beispielen ist das Teilhaben an der Frucht des Baumes ein heiliger Akt, einer, der die Vereinigung mit den Göttern symbolisiert; deshalb ist die Frucht für die Sterblichen in der normalen Gewohnheit des täglichen Lebens nicht verfügbar, sondern kann nur in der rituellen Beziehung zur Ewigkeit gefunden werden.
Der Baum des Lebens im Alten Griechenland
Durch die ganze altertümliche Geschichte der griechischen Kunst ist der Baum des Lebens ein alltägliches mythologisches Symbol der religiösen Riten. Er erscheint z.B. als geheiligtes Palmensymbol auf dem goldenen Vapphio-Becher vom minoischen Kreta. Spätere schwarz- und rotgemaserte Vasen zeigen Dionysius kniend vor einer Palme oder ein Trankopfer einer ausgewachsenen Palme auf einem Altar darbringend. Die griechische Literatur ist auch angefüllt von Beziehungen zum geheiligten Baum, oder Baum des Lebens. In Homers Epos- Odyssee- spricht der Held Odysseus von einer wachsenden Palme auf dem Altar des Apollo, die einzigartig von irgendeinem wachsenden Baum auf der Erde ist. In Homers -Hymne Apollos- ergreift Apollos Mutter einen Palmenbaum während ihr Sohn geboren wird. Der neugeborene Sohn wurde dann mit Wasser gewaschen und in ein neugewebtes weißes Garment gewickelt. Viele Geschichten erzählen auch von dem athenischen Besuch in Delphi nach dem persischen Krieg, um einen bronzenen Palmenbaum mit goldenen Früchten Athene zu weihen. Oft war der geheiligte Baum eine Olive, keine Palme. Der Beweis, den Odysseus zu seiner Identifizierung bei seiner Frau Penelope brauchte, ist ihr Hochzeitsbett gewesen, das von einem großen Olivenbaum, der in der Erde wurzelte, geschnitzt war. In der späteren Geschichte wurde von dem Olivenbaum auf der Akropolis, der, so glaubte man, ursprünglich von Athene gepflanzt wurde, gedacht, daß man somit die Quelle von allen Olivenbäumen Attikas hat. Die Sieger der Olympischen Spiele wurden mit Zweigen und Blättern eines Olivenbaumes geschmückt, der nahe des heiligen Altars zu Olympia wuchs. Die Spiele stellten den rituellen Prozeß des Erhaltens des Lebensbaumes dar, einem Prozeß, der in vielen alten Kulturen beschrieben wird. In der griechischen Mythologie erklärt Herakles bildlich diesen Prozeß in seinen 12 Arbeiten, die ihm das ewige Leben sicherten. In den letzten zwei seiner Arbeiten steigt Herakles in den Hades hinab, dem Gebiet der verstorbenen Geister, um die goldenen Äpfel aus dem heiligen Hain der Hesperiden zu erlangen. Er vollendet all seine Aufgaben und gab die Äpfel dem himmlischen Wächter zurück, weil es nicht korrekt war, daß ein Sterblicher die heiligen Früchte besitzt.
Das Neue Testament und frühe christliche Schriften
Der Baum des Lebens war ein bleibendes Symbol in der alten Welt, wahrscheinlich durch interkulturelle Kontakte ausgebreitet. Es erschien in Mesopotamien, Ägypten, Palästina, Griechenland und anderswo im wesentlichen mit den gleichen bedeutsamen Charakteristiken. Dieses Symbol des ewigen Lebens könnte genau genommen nur zu Jesus Christus weisen, wie die neutestamentlichen Schreiber und frühen Christen es verstanden. Der Baum des Lebens ist besonders in der Offenbarung des Johannes erwähnt (2:7, 22:2,14). Mit dem Versprechen, daß seine Frucht den Rechtschaffenen gegeben wird. Andere Passagen verweisen auf oder erfüllen Symbole und Profezeiungen des Alten Testamentes. Der Olivenbaum z.B. wurde Paulus' Symbol des ewigen Lebens für die Heiligen, bei den Juden und Andersgläubigen (Römer 11:16-27). Olivenöl - ein Produkt des heiligen Baumes - wurde nicht nur im Alten Testament für die rituelle Salbung von Priestern und Königen gebraucht, sondern auch im Neuen Testament für die Salbung der Kranken zum Segen Gottes.(Ex. 30:23-33; Jakob 5:14-15). Der Name CHRIST (griechisch) oder MESSIAS (hebräisch) bedeutet auch "der einzige Gesalbte", und gesalbt sein für die göttliche Königsherrschaft oder für Gottes Segnungen ist besonders auf Jesus deutend. Das Neue Testament spricht beim Kreuz Jesu auch von einem Baum(Holz) -Gal. 3:13; 1.Petr.2:24. Einige haben bemerkt, daß das griechische Wort in diesen Passagen verwendet wird und daß es dasgleiche für den Baum des Lebens in der Septuaginta ist, verschieden von dem üblichen Neuen Testament-Wort für Baum. Laut einer Reihe von Quellen dachten einige frühe Christen der Baum des Lebens sei das Kreuz. Zwölf spätere Quellen beziehen das Kreuz ebenso zum Baum des Lebens, wie in einigen Hymnen, die auf St.Ephraim, dem Syrer, zurückzuführen sind: "Der Baum des Lebens ist das Kreuz, das ein strahlendes Leben in unserem Kampf darstellt. Auf dem Gipfel von Golgatha opferte Christus das Leben für die Menschen. Und künftig versprach er uns die Sicherheit des ewigen Lebens...unser Erretter verbildlicht seinen Körper in den Baum, von dem Adam nicht probierte, da er sündigte." Gerade eine kärgliche Probe der Schriften der frühen Kirchenväter zeigt ihre Kenntnis von der Kraft des Symbols des Lebensbaumes im alten Christentum. Die Instruction of Commodiansus z.B., berichten in Kapitel 35, daß durch diesen Baum des Todes wir geboren sind, zum Leben zu kommen;...daher pflückt gläubig die Früchte des Lebens." Cyril von Jerusalem schreibt, daß das Kreuz das Alte Testament-Symbol des Lebens erfüllte, das vom Wald in den Tempel( die Arche) kommt und gerade auf der Stange die bronzene Schlange befördert. Der gleiche Autor fügt hinzu: "Der Baum des Lebens wurde in die Erde gepflanzt, daß die Erde die Segnungen der Freude verfluchte und daß der Tod befreien kann." Methodius nannte Jesus sowohl den 1.Grundsatz als auch den Baum des Lebens, und John Chrysostom spricht nicht nur vom Leben durch das Kreuz, sondern nennt das Kreuz die Quelle des Lebens.
Das Buch Mormon
Das Buch Mormon verspricht ein exzellentes Beispiel von dem, wie geheiligte Schriften große religiöse Symbole erhalten und übermitteln, und wie ein interkultureller Austausch sich ereignete. Das Buch widerspiegelt vergangene Verbindungen mit den Juden und anderen Kulturen, da Lehi und seine Familie wenigstens zweisprachig und wenigstens zwischen Ägypten und Palästina reisten. Der Baum des Lebens erscheint in beiden Visionen von Lehi und Nephi als ein Symbol der geistigen Nahrung und Errettung. Das Symbol enthält viele kritische Elemente, die in Kulturen der Alten Welt gefunden wurden: (1) die Schwierigkeit, den Zutritt zum Symbol zu gewinnen ; (2) die verschiedenen zerstörenden Mächte um das Symbol; (3) die göttliche Natur des Baumes und seiner Frucht, die den Sterblichen nicht zurückgegeben werden kann, die sie in der Dunkelheit verloren und mit Sünde beladen sind. Der Baum des Lebens, wie er in der nephitischen Kultur gefunden wurde, hat ebensogut andere zukünftigen Verbindungen der Nephiten für andere Kulturen, mit denen sie in Kontakt standen und die sie beeinflußten. John Sorenson z.B. wies darauf hin, daß "der Baum des Lebens-Symbolismus in alten Zeiten in Mexico und Zentralamerika weit verbreitet war. Viele von den gleichen künstlerischen Merkmalen kommen in Fragmenten ebenso in der Kunst des Nahen Ostens vor." Wells Jakeman und V.Garth Norman haben spezifische Ähnlichkeiten zwischen einigen solcher Baumdarstellungen und Beziehungen zum Baum des Lebens im Buch Mormon dokumentiert. Unter all diesen Schilderungen ist nirgends eine bessere Beschreibung des Lebensbaumes und seiner wahren Bedeutung als im Buch Mormon. Lehi und Nephi lernten, daß nur durch das Festhalten an der Eisernen Stange, die das Wort Gottes darstellt, die Menschen den Baum und seine Früchte erreichen können (1.Ne 8:24;15:23,24). Solche, die den Baum erreichen und von den Früchten geschmeckt haben, ohne der Welt und ihren Verlockungen zu entsagen, werden beschämt und wandeln auf verbotenen Pfaden (1.Ne. 8:28). Die zerstörenden Mächte um den Baum einschließlich der Spötter und einem schmutzigen Wasserlauf repräsentieren die Hölle, die für die Böswilligen bereitet ist (1.Ne 8:26-27;15:26-29). Die weiße Frucht des Baumes, wie sie ähnlich in anderen Kulturen beschrieben wird, war süßer und wünschenswerter als sonst irgend etwas (1.Ne.15:36). Der Baum selbst stellt die Liebe Gottes dar, die sich speziell im Dienst und Opfer des Heilands offenbart (1.Ne.21:21-23). Alma gebrauchte später das Lebensbaummotiv in seiner Predigt, um die Nephiten aufzufordern - "kommt und laßt euch taufen zur Umkehr, damit auch ihr von der Frucht des Baumes des Lebens genießen könnt." (Alma 5:62;32:40). Obwohl die Geschichte von Adam und Eva und dem verbotenen Baum des Lebens im Garten Eden gut bekannt unter den Schreibern des Buches Mormon war, schauten die Profeten der Neuen Welt, wie die der Alten Welt, zu einem anderen Baum des Lebens, mit einer Frucht, die sie essen konnten (2.Ne 2:15). Diese ähnlichen Art und Weisen, in denen die Buch Mormon-Schreiber den Symbolismus des Baumes des Lebens gebrauchten, plazieren das Buch Mormon reell in das Altertum. Aber die größte Herausforderung der Vision des Baumes des Lebens im Buch Mormon liegt nicht in seiner Geschichte, jedoch klärt sie auf, daß das Ereignis möglich war. Die größte Herausforderung stellen die Wahrheiten dar, daß sie einen echten Teil unseres Lebens symbolisieren. Die meisten Menschen essen nur die tote Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse. Der Baum des Lebens aber ist brauchbar für alle, die sich nicht wünschen, für immer in ihren Sünden zu leben, und das Buch Mormon fordert alle Völker auf, sich der göttlichen und ewigen Frucht des Baumes des Lebens zu nähern und daran teilzuhaben.