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Neal A. Maxwell Institute Of Religious Scholarship

Ein Meisterstueck: Alma 36 (WEL-89a)
John W. Welch
Provo, Utah: Maxwell InstituteThe views expressed in this article are the views of the author and do not necessarily represent the position of the Maxwell Institute, Brigham Young University, or The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints.
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Ein Meisterstück: Alma 36

von John W. Welch
Übersetzt von Henry Kosak

Bei der vorliegenden Übersetzung aus dem Englischen handelt es sich um ein verkürzte Version. Die originale, längere Version ist in English erhältlich.

Chiasmus ist ein Schreibstil, der im Altertum bekannt war und von vielen alten und einigen modernen Schriftstellern benutzt wurde. Er besteht aus einer zusammengestellten Serie von Worten in einer Reihenfolge, die dann in umgekehrter Reihenfolge wiederholt wird. In den Händen eines geschickten Schriftstellers kann diese literarische Form verschiedenen Zwecken dienen. Die Wiederholung der Schlüsselwörter in den zwei Hälften unterstreicht die Wichtigkeit der Begriffe, die sie darstellen. Weiterhin ist die Hauptidee der Passage am Wendepunkt plaziert, an dem die zweite Hälfte beginnt und der sie betont. Die wiederholende Form erweitert auch die Klarheit und beschleunigt das Auswendiglernen. Leser (oder Hörer) erlangen ein anziehendes Gefühl der Ganzheit, wenn die Passage sich dem Ende der Idee zuwendet, mit der sie begann. Das Wiedererkennen des Vorhandenseins von Chiasmus in einer Komposition kann viele komplexe und feine Kennzeichen eines Textes enthüllen. So konnten im 1. Jahrhundert v.Chr. die griechischen Leser von Homers Odyssee ein klares Beispiel dafür finden. In einer Konversation zwischen Odysseus und seiner Mutter Anticleia in der Unterwelt fragt Odysseus den Geist seiner Mutter:

a Wie ist sie gestorben,
 b  war es durch eine Krankheit,
  c  oder durch einen leisen Pfeil der Artemis,
   d  von seinem Vater,
    e  von seinem Sohn Telemachos,
     f  ob andere seine königliche Kraft sich anmaßten,
      g  und von seiner Frau, wo steht sie.

Anticleia antwortet in der exakt umgekehrten Reihenfolge:

      g'  Sie steht in deinen Hallen,
     f'  kein Mensch hat deine Ehre genommen,
    e'  Telemachos ist ein friedvoller Herr,
   d'  dein Vater bleibt in den Gebieten,
  c'  Artemis erschlug mich nicht,   
 b'  noch tat es ein Krankheit,
a'  Sondern ich starb wegen des Kummers um Dich.

(Odyssee, 11.170)

Viele Beispiele des Chiasmus sind in der Hebräischen Bibel erkannt worden. Ein erstklassiger Fall ist in Leviticus 24:13-23. (hier und in anderen Beispielen habe ich Kursive zur Betonung der korrespondierenden Stellen hinzugefügt) In dem Bericht einer Exekution eines Blasphemischen sagt diese Textstelle:

a  Der Herr sprach zu Mose:
 b  Laß den, der den Fluch ausgesprochen hat, aus dem Lager hinausführen! Alle, die es  
     gehört haben,... sollen ihn steinigen.
  c  Sag den Israeliten:
   d  Jeder, der seinem Gott flucht, muß die Folgen seiner Sünde tragen... Der Fremde muß
       ebenso wie der Einheimische gesteinigt werden...
    e  Wer einen Menschen erschlägt, wird mit dem Tod bestraft...
     f  Wer ein Stück Vieh erschlägt, muß es ersetzen: Leben für Leben...
      g  Wenn jemand einen Stammesgenossen verletzt, soll man ihm antun, was er getan hat...
       h   Bruch um Bruch,
            Auge um Auge,
            Zahn um Zahn...
      g'  Der Schaden, den er einem Menschen zugefügt hat, soll ihm zugefügt werden...
     f'  Wer ein Stück Vieh erschlägt, muß es ersetzen:                 
    e'  wer aber einen Menschen erschlägt, wird mit dem Tod bestraft...
   d'  Gleiches Recht soll bei euch für den Fremden wir für den Einheimischen gelten...        
  c'   Nachdem Mose so zu den Israeliten gesprochen hatte...
 b'  führten sie den, der den Fluch ausgesprochen hatte aus dem Lager hinaus und steinigten ihn...
a'  So erfüllten sie, was der Herr dem Mose aufgetragen hatte.

Die symmetrische Struktur dieser Passage ist eindeutig, lang und fließend. Es ist unwahrscheinlich, daß dieses vielgestaltige und präzise Muster durch einen Zufall erstellt worden sein soll.

Nicht alle Chiasmen sind gleich erschaffen worden. Sie unterscheiden sich in Zweck, Präsision und künstlerischer Leistung. Einige sind sehr klar, andere dagegen nicht. Einige sind sehr lang, andere sind kurz. Wir müssen lernen, sorgfältig zu schauen, um zu wissen, ob eine Passage wirklich ein Chiasmus sein kann und ob er bedeutsam ist. Nach der Auswertung von Hunderten von vorgeschlagenen Chiasmen in einer breiten Mannigfaltigkeit überlanger Texte, habe ich herausgefunden, daß nur ein paar Texte unverkennbar als geplante und erfolgreiche Chiasmen eingeschätzt werden können. Alma 36 ist einer der besten.

Alma 36 war einer der ersten Chiasmen, den ich 1967 im Buch Mormon entdeckte. Viele Jahre später ist er immer noch einer meiner Favoriten. Es ist ein Meisterstück der Komposition; so gut wie irgendein anderer benutzter Chiasmus in der Weltliteratur, und er verdient eine breite Anerkennung und Wertschätzung. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er sich unabsichtlich in seiner komplexen und zweckbestimmenden Struktur ereignete. Almas Geschicklichkeit als Schriftsteller wird in diesem Stück Literatur in seiner Sophistik deutlich.

Wir schauen nun zuerst auf die Gesamtstruktur von Alma 36 und analysieren die Details später. Es wird schnell bewiesen werden, daß dieser Text einen sehr hohen Grad des Chiasmus in einzelnen Stufen der Komplexität zeigt.

Stufe 1: Die Gesamtstruktur von Alma 36

Wir beginnen, indem wir die Hauptträger der Struktur oder des Gerüstes suchen. Die folgende Zusammenfassung des Kapitels, in dem Alma seinem Sohn Helaman über die dramatische Bekehrung erzählt, zeigt die Basiselemente. Es gibt 17 Schlüsselelemente, jedes zwei Mal wiederholt (Versangaben sind in Klammern aufgezeigt):

a  Mein Sohn, schenke meinen Worten Gehör (1)
 b  wenn ihr die Gebote haltet, wird es euch wohl ergehen im Land (1)
  c  daß du wie ich ... denkst (2)
   d  denke an die Gefangenschaft unserer Väter (2)
    e  denn sie waren in Knechtschaft (2)
     f  und gewiß hat er sie ... befreit (2)
      g  Vertrauen in Gott (3)
       h  der wird in seinen Prüfungen, in seinen Beunruhigungen und Bedrängnissen gestärkt (3)
        i   am letzten Tag emporgehoben werden (3)
         j   ich habe dieses Wissen nicht aus mir selbst... sondern von Gott (4)
          k  aus Gott geboren (5)
           l   ich trachtete danach, die Kirche zu vernichten (6-9)
            m  konnte meine Glieder nicht gebrauchen (10)
             n   Angst vor der Gegenwart Gottes (14-15)
              o   Qualen einer verdammten Seele (16)
               p    durch die Erinnerung an meine Sünden zerrissen (17)
                q     ich dachte daran, ...daß ein Jesus Christus, Sohn Gottes, kommen werde (17)
                q'    rief ich...: O Jesus, du Sohn Gottes (18)
               p'   durch die Erinnerungen an meine Sünden nicht mehr zerrissen (19)
              o'   Freude, die ebenso groß war wie meine Qual (20)
             n'  Sehnen nach der Gegenwart Gottes (22)
            m' meine Glieder empfingen wieder ihre Stärke (23)
           l'   ich bemühte mich, Seelen zur Umkehr zu bringen (24)
          k'  aus Gott geboren (26)
         j'  das Wissen, das ich habe, ist von Gott (26)
         i'  er wird mich am letzten Tag erheben (28)
       h'  in Prüfungen und Beunruhigungen und Bedrängnissen bin ich gestärkt (27)
      g'  mein Vertrauen in ihn (27)
     f'  er wird mich befreien (27)
    e'  wie Gott unsere Väter aus der Knechtschaft und Gefangenschaft führte (28-29)
   d'  ich habe ihre Gefangenschaft immer im Gedächtnis behalten (28-29)
  c'  du sollst wissen, wie ich weiß (30)
 b'  wenn du die Gebote Gottes hältst, wird es dir wohl ergehen im Land (30)
a'  dies aber ist gemäß seinem Wort (30)

Die Gestaltung diese Textes ist erstaunlich. Ich bin besonders beeindruckt von der Wiederholung des Namens “Jesus Christus, Sohn Gottes“ als das Zentrum dieses Kapitels. Dies hat unzweifelhaft eine tiefe Bedeutung für Alma. Dies ist eines der besten Beispiele eines alten Autors, der den wichtigsten Begriff erfolgreich an die zentrale- oder Wendestelle seiner Passage plaziert. Die Struktur des Kapitels bespricht machtvoll Almas persönliches Erlebnis; der zentrale Wendepunkt seiner Bekehrung kam präzis, als er den Namen Jesu Christi auf sich nahm und um Gnade bat. Nichts in Almas Bekehrung ist wichtiger als dieses - weder die Engelserscheinung, noch die Gebete seines Vaters und der Priester. Das, was in Almas Leben der Wendepunkt war, machte er zum Zentrum seiner großartigen Komposition.

Stufe 2: Der Gesamttext von Alma 36

Wir haben die Hauptträger der Struktur gesehen. Nun, in einer detaillierteren Stufe, sind wir dabei, Tafeln des Textes herauszufinden, die die Lücken füllen. Es gibt keinen einfachen Weg, diese Segmente aufzuzeigen, außer man legt jedes Wort in dem Kapitel dar. Die folgende Anordnung ist eine weitgehende Selbsterläuterung. Ich habe den Text in Segmente gruppiert, jedes korrespondierende Gegenstück in zwei Hälften.

Ich ermutige die Leser, sich Zeit zu nehmen, den Text mehrmals zu lesen.

Die Beschriftung der Schlüsselteile (A, B, C, etc.) ist die gleiche wie in der vergangenen Diskussion (Stufe 1). Kleine Buchstaben a, b, c, etc. zeigen  passende Phrasen mit kürzeren Abschnitten. So wie es unten diskutiert wird, dienen einige dieser Worte mehr als einem Chiasmus. Manchmal funktionieren die wiederholten Phrasen in der Gesamtstruktur, manchmal stehen mit Substrukturen oder einzelnen Abschnitten. Ein anderes Mal überbrücken sie einen Abschnitt mit dem nächsten. All diese Elemente arbeiten in meisterhafter Harmonie zusammen, um eine Komposition zu erschaffen, die glatt von einem Teil zum nächsten fließen. Die Bewegung der Begriffe und Phrasen von einem Abschnitt zum anderen ist niemals unpassend oder plötzlich.

A [1]

Mein Sohn, schenke meinen Worten Gehör;

B

denn ich schwöre dir:
Wenn ihr die Gebote Gottes haltet,
wird es euch wohlergehen im Land.

C [2]

Ich möchte, daß du wie ich
an die Gefangenschaft unserer Väter denkst,

D

a denn sie waren in Knechtschaft,
  b   und niemand konnte sie befreien
    c   als nur der Gott Abrahams
    c   und der Gott Isaaks
    c   und der Gott Jakobs;
  b'  und gewiß hat er sie befreit
a' aus ihren Bedrängnissen.

A [3]

Und nun, o mein Sohn Helaman, siehe, du bist noch
in deiner Jugend, 
und darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören
und von mir lernen;

E

denn ich weiß, wer sein Vertrauen in Gott setzt,
der wird in seinen Prüfungen,
in seinen Beunruhigungen
und Bedrängnissen
gestärkt und am letzten Tag emporgehoben werden.

F [4]

Und ich möchte nicht, daß du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst -
a   nicht aus dem Zeitlichen
  b   sondern aus dem Geistigen,
a'  nicht vom fleischlichen Sinn,
  b'  sondern von Gott.

G [5]

Aber siehe, ich sage dir:
Wäre ich nicht aus Gott geboren,
so wüßte ich dies nicht;
aber Gott hat mir dies durch den Mund seines heiligen Engels kundgetan,
nicht weil ich selbst dazu würdig gewesen wäre.

H [6]

Denn ich ging mit den Söhnen Mosias umher
und trachtete, die Kirche Gottes zu vernichten;
aber siehe, Gott sandte seinen heiligen Engel, um uns auf dem Weg anzuhalten.
Und siehe, er sprach zu uns wie mit Donnerstimme,
[7]
und die ganze Erde bebte unter unseren Füßen;
und wir fielen zur Erde,
denn die Furcht des Herrn kam über uns.
Aber siehe, die Stimme sprach zu mir: Erhebe dich!
[8]
Und ich erhob mich und stand auf und sah den Engel.
Und er sprach zu mir:
[9]
Auch wenn du selbst vernichtet werden willst,
so trachte doch nicht mehr danach, die Kirche Gottes zu vernichten!
Und es begab sich: Ich fiel zur Erde,
[10]
und drei Tage und drei Nächte lang
konnte ich meinen Mund nicht öffnen,
ich konnte auch meine Glieder nicht gebrauchen.
[11]
Und der Engel sprach zu noch mehr zu mir,
was von meinen Brüdern gehört wurde, ich aber nicht vernahm;
denn als ich die Worte vernahm:
Auch wenn du selbst vernichtet werden willst,
so trachte doch nicht mehr danach, die Kirche Gottes zu vernichten!,
da kam eine große Furcht und Bestürzung über mich -
nämlich, daß ich vielleicht vernichtet werden könnte -,
daß ich zu Boden stürzte und nichts mehr hörte.

I [12]

Aber ich wurde von ewiger Qual gepeinigt,
denn meine Seele wurde im höchsten Grad zerrissen und mit
allen meinen Sünden gepeinigt.
[13]
Ja, ich dachte an alle meine Sünden und Übeltaten,
für die ich mit Höllenqualen gepeinigt wurde;

ja, ich sah, daß ich mich gegen meinen Gott aufgelehnt und
seine heiligen Gebote nicht gehalten hatte.
[14]
Ja, ich hatte viele seiner Kinder gemordet,
oder vielmehr hatte ich sie verführt, so daß sie vernichtet wurden;

ja, kurzum, so groß waren meine Übeltaten gewesen,
daß allein der Gedanke, in die Gegenwart meines Gottes zu gelangen,
meine Seele mit unaussprechlichem Entsetzen peinigte.
[15]
O, dachte ich, könnte ich doch verbannt und an Seele und Leib
ausgerottet werden,
damit ich nicht in der Gegenwart meines Gottes stehen müsse,
um für meine Taten gerichtet zu werden.
[16]
Und nun, drei Tage und drei Nächte lang wurde ich gepeinigt,
nämlich mit den Qualen einer verdammten Seele.

J [17]

Und es begab sich: Als ich so von Qual gepeinigt war,
und durch die Erinnerung an meine vielen Sünden zerrissen wurde,

K

siehe, da dachte ich auch daran, daß ich gehört habe, wie mein Vater dem
Volk prophezeite, daß ein gewisser
Jesus Christus, ein Sohn Gottes,
kommen werde, um für die Sünden der Welt zu sühnen.

K' [18]

Als aber mein Sinn diesen Gedanken faßte, rief ich in meinem Herzen aus:
O Jesus, du Sohn Gottes,
sei barmherzig zu mir, der ich in der Galle der Bitternis bin,
und von dem immerwährenden Ketten des Todes umschlossen bin.

J' [19]

Und nun siehe, als ich dies dachte, konnte ich
nicht mehr an meine Qualen denken;
ja, ich wurde durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr zerrissen.

I' [20]

Und o welche Freude, und welch wunderbares Licht sah ich!
Ja, meine Seele war von Freude erfüllt, die ebenso
übergroß
war wie meine Qual.

[21]
a   Ja, ich sage dir, mein Sohn:
  b   Es gab nichts so Außerordentliches und so Bitteres
    c    wie meine Qualen.
a'   Ja, und weiter sage ich dir, mein Sohn:
  b'   Es kann nichts so Außerordentliches und so Süßes geben
    c'   wie meine Freude.

Ja, mir war, als sähe ich- wie auch unser Vater Lehi es sah-
[22]
Gott auf seinem Thron sitzen,
umgeben von zahllosen Scharen von Engeln,
wie sie sangen und ihren Gott priesen;
ja, und meine Seele sehnte sich danach, dort zu sein.

H' [23]

meine Glieder empfingen wieder ihre Stärke,
und ich stand auf,
und ich tat dem Volke kund,
daß ich aus Gott geboren war.
[24]
Ja, und von der Zeit an bis jetzt,
habe ich mich ohne Unterlaß bemüht,
Seelen zur Umkehr zu bringen -

G'

sie dahin zu bringen, daß sie von der übergroßen Freude kosten,
die ich gekostet habe,
damit auch sie aus Gott geboren werden könnten
und voll des Heiligen Geistes würden.
[25]
Ja, und nun siehe, mein Sohn,
der Herr schenkt mit überaus große Freude
an den Früchten meiner Mühen;
[26]
denn wegen des Wortes, das er mitgeteilt hat,
siehe, sind viele aus Gott geboren worden,

F'

und haben gekostet,
  wie ich gekostet habe;
und sie haben Aug in Auge gesehen,
  wie ich gesehen habe;
und wovon ich gesprochen habe, davon wissen sie,
  wie ich weiß;
und das Wissen, das ich habe, ist von Gott.

E' [27]

Und in Prüfungen
und Beunruhigungen jeder Art,
und in allen Bedrängnissen
bin ich gestärkt worden;

ja, Gott hat mich aus Gefängnissen
und aus Knechtschaft
und vom Tod
befreit;

ja, und ich setze mein Vertrauen in ihn,
und er wird mich stets befreien.
[28]
Und ich weiß, er wird mich am letzten Tag erheben,
daß ich mit ihm in Herrlichkeit wohne;

D'

ja, und ich will ihn preisen immerdar, denn er hat unsere Väter aus Ägypten geführt, und hat die Ägypter in das Rote Meer verschlungen;
[29]
a    und er hat sie durch seine Macht in das verheißene Land geleitet;
  b    ja, und er hat sie aus Knechtschaft und  Gefangenschaft befreit
    c    ein um das andere Mal;
a'   ja, und er hat auch unsere Väter aus dem Land Jerusalem geführt;
  b'   und er hat sie durch sein immerwährende Macht auch aus
        Knechtschaft und Gefangenschaft geführt,
    c'   ein um das andere Mal bis herab zum heutigen Tag;

C'

und ich habe ihre Gefangenschaft immer im Gedächtnis behalten;
ja, und auch du sollst ihre Gefangenschaft so wie ich im
Gedächtnis behalten.

B' [30]

Aber siehe, mein Sohn, dies ist nicht alles;
a    denn du sollst wissen, wie ich weiß:
  b    wenn du die Gebote Gottes hältst,
    c    wird es dir wohlergehen im Land;
a'   und du sollst auch wissen:
  b'   wenn du die Gebote Gottes nicht hältst,
    c'   wirst du aus seiner Gegenwart ausgetilgt werden.

A'

Dies aber ist gemäß seinem Wort.

Stufe 3: Genauere Beziehungen zwischen den paarweisen Abschnitten

Die eindrucksvolle Gesamtstruktur des vollständigen Textes dieser komplexen Passage wird interessanter, wenn wir die paarweisen Abschnitte prüfen. Man bezieht sich zurück auf den vollständigen Text, um die folgenden genaueren Beziehungen zu sehen:

Abschnitt A und A' leitet das Kapitel mit dem Bezug von Almas “Worten“ und dem “Wort“ Gottes ein und beschließt es.

Abschnitt B und B' stehen beide für den Wohlstand, der durch das Halten der Gebote Gottes kommt. B stellt das Prinzip einzeln dar; B' wiederholt es zweimal, einmal positiv und einmal negativ.

Abschnitt C und C' ermahnen Helaman sich an die Gefangenschaft zu erinnern, wie Alma es tat. C sagt, daß Helaman das tun sollte, was Alma getan hat; andererseits legt C' dar, was Alma getan hatte, daß er sich änderte in gegensätzliche Richtung, und diese Verpflichtung auf Helaman auferlegte.

Abschnitt D und D' sprechen von Knechtschaft und Befreiung. Abschnitt D selbst ist ein kleiner Chiasmus, verfaßt in folgenden Elementen:

a  denn sie waren in Knechtschaft,
  b   und niemand konnte sie befreien
    c   als nur der Gott Abrahams
    c   und der Gott Isaaks
    c   und der Gott Jakobs;
  b'  und gewiß hat er sie befreit
a' aus ihren Bedrängnissen.

Der Ausdruck “hat er sie befreit aus ihren Bedrängnissen“ scheint nicht zu passen, außer wir verstehen ihn als ein chiastisches Glied zu der Phrase “in Knechtschaft“. Im Zentrum von D ist eine Dreiergruppe, “der Gott Abrahams, und der Gott Isaaks, und der Gott Jakobs“, während D' von drei Befreiungen der Väter durch Gott spricht - aus Ägypten, die Israeliten in das verheißene Land, und Lehi und seine Nachkommen ein um das andere Mal. D' enthält auch verschiedene interessante Paarungen: zwei Hinweise zu “Ägypten“, zweimal die Redewendung “unsere Väter herausgeführt“, zweimal das Auftreten der Wendung “aus Knechtschaft und Gefangenschaft befreit ein um das andere Mal“, und einen kleinen Chiasmus “durch seine Macht in das verheißene Land“ und “aus dem Land Jerusalem durch seine immerwährende Macht“.

E und E' sind beide gekennzeichnet durch die Dreiergruppe “in seinen Prüfungen, in seinen Beunruhigungen und Bedrängnissen gestärkt“. In E' wird der 3.Teil hervorgehoben- “ja, und in allen möglichen Bedrängnissen“, um die Wiederholung klar zu machen. E und E' sprechen deutlich “das Vertrauen in Gott“ und “er wird mich am letzten Tag erheben“ an. In E wird die Idee des Vertrauens in Gott gemeinschaftlich für alle Menschen angewandt dargestellt; in E' ist dies personifiziert, denn Alma erzählt, daß er die Hilfe bekam durch sein persönliches Vertrauen in Gott, um am letzten Tag erhoben zu werden. Die Dreiergruppe “Prüfungen, Beunruhigungen und Bedrängnisse“ erscheinen im Zentrum von E. Eine neue Dreiergruppe (“Gefängnis, Knechtschaft und Tod“) spricht von Almas persönlicher Befreiung während er in Ammonihah (Alma 14) war; dies steht im Zentrum von E', begleitet von den Worten, die in E stehen.

F und F' bestätigen, daß Alma von seiner eigenen Kenntnis spricht. In F behauptet Alma als erstes, daß er es aus sich selbst nicht weiß, sondern nur Wissen “von Gott“ hat.  F' erweitert dieses Thema  auf alle, die sich bekehren wie Alma, so daß sie wissen, wie er weiß. Diese Reihenfolge vom Persönlichen zum Gemeinschaftlichen widerspiegelt dasselbe wie bei E und E'.

Das eindeutige Thema von G und G' ist das “aus Gott geboren sein“. Diese Wendung erscheint einmal in G und zweimal betont in G'. Der “Mund“ eines Gottesengels wird in G erwähnt; und das “Kosten“ Almas von der überaus großen Freude wird in G' doppelt beschrieben.

H und H' spricht den Kontrast zwischen Almas Zerstörung der Kirche, dem Geschlagensein durch den Engel des Herrn und der Gesundung und der Arbeit, Seelen zur Umkehr zu bringen an. Beide Abschnitte sprechen von “Gliedern“, “Füßen“ und “Erde“ wie sie fallen und aufstehen. H selbst ist eine interessante Komposition. Dreimal wird die Wendung “trachte nicht mehr danach, die Kirche des Herrn zu vernichten“ rezitiert, was die Sprache des Engels ist. Diese dreimalige Wiederholung hat einen machtvollen, dramatischen Effekt. I und I' vergleicht die Agonie von Almas Leiden (in I) mit der Freude seiner Umkehr (in I'). Tatsächlich ist der Vergleich eindeutig in I' gemacht: “Ja, meine Seele war von Freude erfüllt, die ebenso übergroß war wie meine Qual.“ (Alma 36:20). Diese Aussage bestätigt sehr die Idee, daß Alma diese chiastische Struktur dieses Kapitels bewußt kreiert hat. (Geringe Spuren eines ursprünglich achtteiligen Poems scheint man in Abschnitt I gefunden zu haben.) Eine andere bemerkenswerte Sache ist Alma 36:22 - hier werden Lehis Worte nicht nur zusammengefaßt, sondern wörtlich aus 1.Nephi 1:8 zitiert. Solche Exaktheit kann man nicht damit erklären, daß Joseph zurückging zu 1.Nephi und die Worte Lehis von dem kopierte, was Oliver Cowdery schon von Josephs Diktat geschrieben hatte, denn 1.Nephi war wahrscheinlich zu der Zeit, als Joseph und Oliver Alma 36 übersetzten, noch nicht übersetzt.1 Offensichtlich war Alma sehr genau im Zitieren von Lehis Worten von den kleinen Platten Nephis, als er Alma 36 schrieb, und Joseph Smiths diktierte Übersetzung bewahrte sie exakt. Die gepaarten Abschnitte J und J' sind klar durch den gemeinsamen Gebrauch der nahezu identischen Redewendungen “durch die Erinnerung an meine vielen Sünden zerrissen“ und “durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr zerrissen“.

Abschnitte K und K' stehen im Zentrum dieser Komposition mit “Jesus Christus, ein Sohn Gottes“ und “Jesus, du Sohn Gottes“. Nur als Alma sich erinnerte, daß sein Vater über das Sühnopfer Christi gesprochen und den Namen Jesu Christi auf sich genommen hatte konnte sich sein quälender Zustand ändern. Im absoluten Zentrum stehen die Worte “sühnen“, “Sinn“ und “Herz“ - eingegrenzt durch den Namen Jesus Christus. Die Botschaft ist klar: das Sühnopfer Christi und das Reagieren des Menschen durch das Opfer eines gebrochenen Herzens und willigen Sinns sind das Zentrum, um Vergebung von Gott zu erhalten.

Stufe 4: Verflochtene Faktoren

Zusätzlich zu der engen Beziehung, die zwischen jedem Paar der Abschnitte besteht, gibt es die Tatsache, daß jedes Segment passend in das nächste und damit in eine andere Dimension der Textkomplexität dieses Kapitels übergeht. Alles paßt, keine scharfen Brüche sind vorhanden. Brücken verbinden jeden Abschnitt mit dem folgenden. Diese Verknüpfungen sind weitreichend durch das Einfügen einer kleinen Nachricht in dem Abschnitt ausgeführt, der die Ideen des nächsten voraussieht.

Z.B. die Redewendung “meinen Worten“ am Ende von A blickt auf den Beginn von B “ich schwöre dir.“

“Gefangenschaft“ am Ende von C geht direkt über zu “Knechtschaft“ am Anfang von D. “Bedrängnisse“ am Ende von D, von denen die Väter befreit wurden, scheint später und zwar im Zentrum von E bedeutend zu sein, wenn Hilfe und Erlösung verheißen werden.

Die einführende Redewendung “denn ich weiß“ in E sieht Almas Kenntnis in F voraus, und F endet mit den Worten “von Gott“, mit denen G beginnt - “aus Gott“ geboren sein.

G endet mit Almas Eingeständnis seiner Unwürdigkeit, das uns automatisch nach H führt, dem Abschnitt, in dem über Almas Schlechtigkeit erzählt wird, wie er “trachtete, die Kirche Gottes zu vernichten“.

H  stellt als Erstes die Ideen von “Furcht“ und “vernichtet“ sein vor, die in I intensiviert werden mit “Qual“ und “unaussprechlichem Entsetzen“.

J beginnt mit dem einzelnen Gebrauch des Schlüsselwortes, das in I viermal erwähnt wird - “peinigten“. Die Erinnerung der “Sünden“ in J und J' umgibt den zentralen Zweck für das Kommen Christi, “um für die Sünden der Welt zu sühnen“.

Wenn wir uns nun vom Zentrum zum Ende wieder begeben, ereignen sich wieder die feinen Schritte des Übergangs und der Verflechtung. J' enthält zweimal, daß Alma sich seiner Qualen “nicht mehr“ erinnert, und dies führt direkt zu dem Kontrast zwischen der ersten Qual und der Freude, die nun den Platz der Agonie in I' eingenommen hat.

Almas Sehnsucht, in die Gegenwart Gottes zu gelangen, beschwört am Ende von I' die Idee einer physischen Bewegung, die in H' einfließt, als Almas Glieder ihre Stärke wiedererlangen.

H' endet mit der Rede “zu bringen“, und G beginnt mit demselben “zu bringen“.

Der Gedanke von Almas Freude in I' geht voraus bis zur Freude von Almas Umkehr zwei Segmente später in G'; die Freude in I' wird “außerordentlich“ genannt, in G' dagegen nennt man sie beide Male “übergroß“.

Wie G' (“kosten“ und “aus Gott geboren“) übergeht in F', so steigern sich auch die Aussprüche von “wie ich gekostet habe“ und “wie ich gesehen habe“ in “wie ich weiß“, so daß am Ende F' zurückgeht zu F, zur göttlichen Quelle von Almas Wissen.

E' endet mit der gemeinsamen Wendung “daß ich mit ihm in Herrlichkeit wohne“, das, wie es scheint, den Übergang zu D' einleitet. Diese beginnt mit dem Gedanken des “Preisens“ - (verherrlichen) von Gott für immer. Alma preist Gott ewig, wegen seiner Befreiung aus Knechtschaft und Gefangenschaft; dies ist wiederum das Thema von C' - das Erinnern an die Gefangenschaft ihrer Väter.

C' schließt mit der Ermahnung “auch du sollst“- einer verbindenden Rede, die in B' zweimal wiederholt wird.

Diese verflochtenen Verbindungen sind fein aber effektiv. Sie machen die Übergänge von Abschnitt zu Abschnitt geschmeidig und fließend. Dies bedeutet, daß wir hier mit einem hochgeschliffenen literarischen Produkt zu tun haben. Wenn ein Autor Chiasmus mechanisch benutzt, produziert man ein steifes, geziertes Schreiben (ein ärmliches Ergebnis von einem Autor, der irgendein künstlerisches Muster mißbraucht oder ärmlich durchführt). Alma steckte nicht ein Liste von Gedanken zusammen in irgendeine Folge, um dann schwierig und sklavisch seine Schritte durch diese Liste in die gegensätzliche Reihenfolge zurückzugehen. Seine Arbeit trägt die Markierung eines sorgfältigen und geschickten Schreibers, der vollkommen mit dem Gebrauch dieser Ausdrucksart bekannt ist.

Stufe 5: Der Grad des Chiastischen

Wir sind nun in einer Position, von der aus wir wirklich sehen können, wie komplex der Chiasmus von Alma 36 wirklich ist. Chiasmus kann in irgendeiner Literatur vorkommen, aber er wird nur bedeutungsvoll, wenn der Grad des Chiasmus hoch ist. Nur wenn das chiastische Format wahrhaft komplex und  kurzgefaßt ist, rechtfertigen wir die Annahme, daß der Autor absichtlich dieses Muster verfolgte. Die folgenden Kriterien bestätigen, daß der Grad des Chiasmus in Alma 36 extrem hoch ist; man kann abschließend erklären, daß Alma dieses als einen Teil einer sehr langen literarischen Tradition, die bis zu den Propheten des  Alten Testament zurückgeht, lernte.

Objektivität: Das chiastische Muster von Alma 36 ist objektiv beweisbar. Es basiert nicht nur auf losen Verbindungen, imaginären Synonymen oder konzeptionellen Beziehungen. Wenige Texte enthalten solch einen offenkundigen Beweis.

Zweck, Höhe- und Mittelpunkt. Chiasmus ist ein exzellentes literarisches Prinzip, um den Sinn einer Umkehrung auszudrücken. Der Wendepunkt von Almas Kapitel teilt Art und Weise des Wendepunktes in Almas Leben mit. Deshalb ist die Plazierung des Namens Jesu Christi im Zentrum von Alma 36 sehr bedeutungsvoll. Die zentralen Elemente dieser Passage sind sein Brennpunkt.

Grenzen: Chiasmus ist stark, wenn er über die ganze literarische Einheit geht. Alma 36 ist eine literarische Einheit.

Länge:  Je länger und klarer der Chiasmus, um so höher sein Grad. Alma 36 ist einer der längsten klaren Chiasmen, die jemals gefunden wurden.

Dichte und Dominanz: Alma 36 enthält ca. 1230 Wörter (engl. Übersetzung); ungefähr 175 erscheinen direkt in dem Chiasmus. Und diese 175 sind wesentliche, nicht unbedeutende, Wörter in dem Text.

     Einzelbeispiele und zufällige Wiederholungen: Ein Chiasmus ist weniger überzeugend, wenn wichtige Wörter in der Struktur außerhalb der vorgesehenen Anordnung erscheinen. Alma 36 erfüllt diese Regel im Gegenteil sehr gut. Z.B. - von den dreißig strukturellen Schlüsselwörtern liegen nur drei (“Wort“, “Gebote“ und “wissen“) außerhalb ihrer zugehörigen Abschnitte. Es gibt nur eine sehr kleine Wiederholungszufälligkeit dieser dreißig Schlüsselwörter oder anderer Wörter in Alma 36.

Balance: Alma 36 stellt einen hohen Grad an Balance dar. Die erste Hälfte der Struktur enthält 52,4% der Wörter und die zweite Hälfte 47,6%. Gerade kleinere Worte wie “siehe“ (6mal in jeder Hälfte) und “mein“ (18mal in der ersten und 17mal in der zweiten Hälfte) kommen gleich oft in den zwei Hälften vor.

Stilistische Kompatibilität: Alma schrieb andere Passagen, die stark chiastisch sind. Z.B. Alma 41:13-15, das offensichtlich Alma Corianton wie Alma 36 (an Helaman) am selben Tag gab. Offensichtlich war der Chiasmus ein eindeutiger Teil von Almas Literaturstil und nicht nur eine Eintagsfliege.

Ästhetik: Alma 36 ist flüssig und harmonisch. Chiasmus ist eher ein strenges Muster, aber es zieht nicht übermäßig Aufmerksamkeit auf sich; es schmälert auch nicht die Herzlichkeit, die wir in einem persönlichen Bericht erwarten.

Hintergrund: Vielleicht gab Alma Helaman eine Art doppelten Segen, wie die Israeliten üblicherweise ihn ihren erstgeborenen Sohn gaben (Deuteron. 21:17). Letztlich ist dieser Segen doppelt strukturiert. Dagegen besteht Almas Segen an seinen 2.Sohn Shiblon nur aus der ersten Hälfte des Segens an Helaman. Dies ereignet sich nicht nur zufällig.

Stufe 6: Vergleich von Mosia 27 und Alma 36

Mosia 27:10-32 gibt einen Bericht tatsächlicher, spontaner Worte, die Alma benutzte, als er zum Volk gleich nach seiner Umkehr sprach. Das war die ursprüngliche Aussage von dem, was Alma dann in Alma 36 wiedererzählt. 20 oder mehr Jahre trennen die Ereignisse von Mosia 27 und Alma 36; doch es ist klar, daß die gleiche Person beide Aussagen machte. Z.B erscheinen ganz charakteristische Phrasen von Mosia 27 in Alma 36 wieder, solche wie “Kirche Gottes zu vernichten“, “mit den Söhnen umher und trachtete, die Kirche Gottes zu vernichten“, das Rebellieren gegen Gott, andere verführen, “mit Donnerstimme sprechen“, “Erde bebte unter unseren Füßen“ und “fielen zur Erde“- und verschiedene mehr. So hat die Geschichte, wie in Mosia berichtet, verbale Verbindungen mit Alma 36, obwohl zwischen diesen zwei Versionen mehr als 100 Seiten liegen.

In Formfragen sind die zwei Berichte ganz unterschiedlich. Die Sätze in Mosia 27 sind kurz und von gegensätzlicher Aussage- wie “Ich war im finsteren Abgrund; aber nun sehe ich das wunderbare Licht Gottes“ (V.29). Nachdem Alma dieses Erlebnis von vor 20 Jahren schilderte, stellte er all die Elemente der dunklen Seite seiner Bekehrung in die erste Hälfte von Alma 36. Dann nahm er die freudevollen Faktoren und konzentrierte sie in der zweiten Hälfte von Alma 36. Außerdem ordnete er seine früheren Worte in eine meisterhafte Einzelaussage seine Bekehrung neu.

Irgend jemand, der behauptet, daß eine Passage chiastisch ist, sollte in der Lage sein, es zu prüfen. Nach meiner Meinung ist dies bei Alma 36 der Fall. Es enthält alle Regeln, von den objektiven bis zu den ästhetischen. Dieser Text ist einer der besten Chiasmustexte, den man sich vorstellen kann. Er verdient hohe Anerkennung und Beachtung. Trotz seiner Komplexität ist die Bedeutung des Kapitels einfach und tiefgründig. Almas Worte sind inspiriert und inspirierend, religiös und literarisch, historisch und zeitlos, klar und doch komplex- ein Text der verwahrt wurde, um nach Jahren hervorzukommen.

(aus Rediscovering the Book of Mormon, John L. Sorenson und Melvin J. Thorne)

Notes

1. siehe “How Long Did It Take Joseph Smith to Translate the Book of Mormon?“, Ensign, January 1988, ff. 46-47

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